Römische Republik gleicht heutigem US-System

So sieht das jedenfalls Robert Harris in seinem neuen Bestseller „Dictator“. Robert Harris ist einer der bekanntesten und besten Autoren von politisch-historischen Thrillern.

Der frühere britische Journalist hat vor über 20 Jahren mit „Fatherland“ („Vaterland“) einen Durchbruch erzielt, mit der Vision eines Europa im Jahre 1964, in dem Hitler-Deutschland den Krieg gewonnen hat. Es folgten „Enigma“, basierend auf der historischen Tatsache, dass die Engländer den deutschen Code brechen konnten (was vor allem für den U-Boot-Krieg von entscheidender Bedeutung war); und „Archangel“ (auf Deutsch „Aurora“), wo im Russland nach dem Kommunismus ein Sohn Stalins auftaucht. Zuletzt legte Harris mit „An Officer and Spy“ (deutsch: „Intrige“) einen Tatsachenroman über die Dreyfus-Affaire vor. Zwischendurch tauchte er in „Pompeii“ in die antike römische Welt ein, kam auf den Geschmack und begann eine Trilogie über den römischen Politiker und berühmten Redner Cicero, deren letzter Band „Dictator“ nun auf deutsch erschienen ist. Harris führt in die von Intrige, Mord , Wählerbestechung, aber auch von hohen Prinzipien und brillanter Rhetorik gekennzeichnete Welt der zusammenbrechenden römischen Republik. Der Erzähler ist wieder Ciceros Sklave/Sekretär Tiro, der eine Kurzschrift erfunden hatte, um die großen Reden seines Herrn zu verewigen. Im unteren Clip eine kurze englischsprachige Lesung

Einer der ersten, die den Vergleich diktatorischer Präsidialbefugnisse in den USA mit dem römischen Imperium getroffen haben, war Gore Vidal. immer wieder, kenntnisreich und genau, und immer wieder lesenswert, zb ‚Lincoln‘ und die Essays. Leider kann man Vidal nicht mehr interviewen.

Das erste und einzige Buch, das ich von Harris gelesen habe, war ‚Ghost‘. und das hab ich so gut gefunden, dass ich eigentlich nichts mehr von ihm lesen will, so paradox es klingt. Mein Lieblingszitat von Gore Vidal (sinngemäß): „In den USA hat der Wähler die Wahl zwischen zwei rechten Flügeln einer kapitalistischen Einheitspartei.“ 😉

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Veröffentlicht von

Ostfrieslanduwe

Bevor man dann unter den Torf kommt, erlebt man einiges im Leben

4 Gedanken zu „Römische Republik gleicht heutigem US-System“

      1. Ich habe durch die Schreiberei zu wenig Zeit zum lesen und es lenkt mich auch ab. Aber ich hab 8oo Bücher und alle gelesen, und ich will kein einziges weggeben und sie noch einmal lesen. Ich habe mal überlegt, wie ich das geschafft habe, und dan fiel mir ein, da0 ich dazu 65 Jahre gebraucht habe. Hach! Und jetzt habe ich andauernd ein schlechtes Gesissen mir selbst gegenüber – ich vernachlässige entweder meine Bücher oder meine Leser. Ja, Cicero und Enigma finde ich auch besonders gut. Ich bin nicht auf dem laufenden, wie heißt sein neues Buch?

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