Fronten und Linien

Nicht nur Fronten und Linien verschieben sich täglich, auch politische Positionen lösen sich auf. Nach den Terroranschlägen fuhr der französische Präsident François Hollande sogar nach Moskau, um Wladimir Putin zu treffen – ein Schritt, der vor kurzem noch undenkbar schien, denn der russische Präsident war nach der Annexion der Krim und den Aktivitäten in der Ostukraine der gemeinsame Feind der westlichen Politiker. Beim Treffen der führenden Industrienationen im Sommer wurde er sogar ausgeladen. Auch wenn die EU-Staaten die Sanktionen gegen Russland verlängert haben, so wurde Putin zum Partner. Der Antiterrorkampf lässt die internationale Staatengemeinschaft zusammenrücken. Die US-Amerikaner wollen die militärische Last verteilen. So wird aus dem Feind dann zwar kein Freund, aber ein Verbündeter.

Der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus führt dazu, dass Tabus gebrochen werden. Frankreich ist bereit, auch die Truppen von Syriens Machthaber Bashar al-Assad an einem Anti-IS-Bündnis zu beteiligen. Das wäre ein Strategiewechsel. Präsident Hollande hat bei der Trauerfeier für die Terroropfer am Freitag die Zerstörung des IS versprochen. Dem gilt es alles unterzuordnen – und auch das Freund-Feind-Schema neu zu ordnen. Deutschland als engster Verbündeter Frankreichs macht aus Solidarität eine Kehrtwende, indem es sich nun militärisch im Syrienkonflikt engagiert: mit der Entsendung von Aufklärungsjets und einer Marinefregatte. Außerdem werden rund mehrere Hundert weitere Soldaten nach Mali geschickt, um Frankreich zu entlasten.

Als Bündnispartner profitiert auch die Türkei – und das gleich doppelt. Das Land am Bosporus ist jetzt als Partner beim Kampf gegen den IS und als Gastland für Flüchtlinge gefragt. Kritik an Menschenrechtsverletzungen oder an Einschränkungen der Pressefreiheit durch Verhaftungen von Journalisten verstummen plötzlich.

Die Realität überrascht die Realpolitik und diese uns. Statt ans Ende der Geschichte sind wir ans Ende der Gewiss- und Sicherheiten gekommen.

Meine persönliche Meinung dazu, solange dem gigantischen, außer Kontrolle geratenen militärisch-industriellen Komplex der USA und deren imperialistischem Kontrollwahn nichts entgegengehalten wird, die UNO wieder von innen und außen gestärkt wird, sich eine unabhängige Presse und Medienlandschaft entwickelt, die Menschheit als ganzes erkennt, dass uns alle mehr verbindet als trennt, und wir als einzelne erkennen, dass wir spirituelle Wesen sind, die eine materielle Erfahrung auf diesem Planeten durchleben, solange marschieren wir langsam aber sicher auf den nächsten Großen Krieg zu, wenn es nicht schon zu spät ist. 

 

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Veröffentlicht von

Ostfrieslanduwe

Bevor man dann unter den Torf kommt, erlebt man einiges im Leben

2 Gedanken zu „Fronten und Linien“

    1. Dalassen? Nein, ich denke wenn es gelingt den IS zu besiegen, wird es in Syrien noch dauern bis wieder Normalität einkehrt, sprich was passiert mit Assad, geht er in das Exil, wollen die Syrer ihn behalten usw. und was jetzt an Waffen und Ausrüstung dort herumfliegt und liegt, geht entweder wieder richtung Heimatstaat oder wird im Fall von Granaten und Minen, Sprengstoff etc. vor Ort vernichtet und DAS haben die USA im Irak eben nicht gemacht, Resultat ist ja zu sehen.

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