Savoir vivre die Lust zu leben

Die Lebenslustigen von Paris sind durch ein radikales Gegenmodell zu unserem Lebensstil umgebracht worden, die Terroristen haben junge Menschen ins Visier genommen,  die Freude, den Flirt und das Savoir-vivre feiern wollten. In der Wahnwelt der geistigen Hintermänner des IS (die eigentlichen Attentäter waren eher unbedarfte Versagertypen) waren sie alle Götzendiener, gottlos und Ungläubige. Daher todeswürdig.

Dem Argument, das alles habe mit dem Islam nichts zu tun, wird inzwischen von immer mehr Islamwissenschaftern, darunter auch muslimischen, widersprochen: Die islamische Öffentlichkeit müsse anerkennen, dass in den muslimischen Gemeinschaften ein massives Sektenproblem herangereift ist. Ein anderer macht darauf aufmerksam, dass die Grausamkeiten des IS durchaus mit der islamischen Gesellschaft vereinbar seien, allerdings mit der des siebenten Jahrhunderts. Die jungen Lebenslustigen von Paris sind durch ein radikales Gegenmodell zu unserem Lebensstil umgebracht worden. Diese Lebensart wird siegen, wie sie schon über andere totalitäre, menschenfeindliche Ideologien gesiegt hat, den Nationalsozialismus und den Sowjetkommunismus. Aber es wird Opfer kosten, wieder einmal.

Peace-Paris

Im IS ist der Absolutheitsanspruch einer wahnhaften Ideologie – also Weltdeutung – klar sichtbar und die Verachtung für alle vergangenen und konkurrierenden aktuellen Kulturen, dazu gehört auch die Sinngebung durch Gewalt und das Töten als Mittel zur Durchsetzung.

Trotz all dem sollten wir diese Erscheinung nutzen um zu hinterfragen, ob all unsere Varianten der Deutung von Freiheit auch sinnstiftend sind und ob diese Lebensart überleben wird, könnte auch gefährliches Wunschdenken sein. Die Geschichte hat gezeigt, dass ein Sieg „dieser Lebensart“ keineswegs garantiert ist. Oft genug haben die, na nennen wir sie mal vereinfachend kollektiv, „Barbaren“ gesiegt, und dann war es mal wieder finster für einen nicht unwesentlichen Zeitraum.

Und warum es gefährliches Wunschdenken ist? Weil eines der größten Risiken zu unterliegen ergibt sich daraus, dass man sich arrogant in der Vorstellung der absoluten Überlegenheit suhlt und sich des eigenen Sieges absolut sicher ist.

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Veröffentlicht von

Ostfrieslanduwe

Bevor man dann unter den Torf kommt, erlebt man einiges im Leben

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