Frankreich und Le Pen

Terroranschläge, Flüchtlingswelle, Wirtschaftskrise: Es profitiert der rechtspopulistische Front National. Dieser ist zudem gut aufgestellt bei den kommenden Regionalwahlen am Sonntag und da ist die Angst in Frankreich größer, nicht vor einem neuen Terroranschlag, sondern eher  vor einem Triumph des Front National (FN) bei den Regionalwahlen. Sämtliche Umfrageinstitute sagen den Frontisten ein weiteres Spitzenresultat von rund 30 Prozent voraus, einen Punkt mehr als den konservativen „Republikanern“, acht Punkte mehr als den regierenden Sozialisten. Erstmals hat der FN gute Chancen, im zweiten Wahlgang eine Woche später eine erste oder gleich mehrere der – seit einer Gebietsreform noch 13 – Regionen zu erobern.

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Im Norden und auch für ihre Nichte Marion Marechal in der Region aus Provence, Alpen und Cote d’Azur. Marine Le Pens Lebenspartner Louis Aliot ist zudem in der neuen Superregion aus Languedoc-Roussillon und Pyrenäen gut positioniert, Parteivize Florian Philippot im neuen Verbund aus Elsass, Lothringen, Champagne und Ardennen. Die französischen Regionen haben nur gewisse Kompetenzen in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Mittelschulen. Die Wahl gilt allerdings als letzter Stimmungstest vor den nächsten Präsidentschaftswahlen.

Die Sorge ist so groß, dass sich diese Woche auch unübliche Stimmen in den Wahlkampf eingeschaltet haben: Der Unternehmerverband Medef rechnete vor, wie schädlich das Parteiprogramm des FN mit Euroausstieg und Abwertung  für die Wirtschaft wäre. Alle Kommentatoren sind sich einig. die islamfeindlichen und antieuropäischen Frontisten profitieren von den Terroranschlägen und vom Flüchtlingszustrom nach Europa (kaum nach Frankreich).

Der FN Vormarsch reicht allerdings weiter zurück und hat seinen Grund auch in der Rekordarbeitslosigkeit von fünf Millionen direkt Betroffenen und der Machtlosigkeit der etablierten Parteien dagegen. Der sozialistische Präsident Hollande erlebt zwar momentan eine Umfrage Renaissance: In einem Monat ist seine Popularität von 28 Prozent auf 50 Prozent hochgeschnellt. Damit erreicht er fast wieder die Werte aus der Zeit seiner Wahl im Mai 2012. Sein entschlossenes, bis nach Syrien wirkendes Vorgehen bei der Terrorbekämpfung bringt ihm Zustimmungsraten von 80 Prozent und mehr. Und das auch bei der Rechten, die sein Einstehen für nationale Symbole wie die Trikolore und die Marseillaise schätzt. Das Umfrageinstitut Ifop sieht darin aber auch einen „Beleg, dass dieser unglaubliche Popularitätszuwachs nicht anhalten wird“. Schon nach den Charlie Hebdo-Anschlägen von Jahresbeginn hatte Hollande gepunktet, um bald wieder auf seine tiefen Normalwerte zurückzufallen. Zudem weisen Politologen darauf hin, dass Hollande seine Partei offenbar nicht in die Höhe zieht, in den Umfragen haben die Sozialisten nicht zugelegt.

Marine Le Pen, die sich derzeit selber bremst, um sich ein staatstragendes Image zu geben, lächelt nur über die Abkupferversuche, die Franzosen könnten das Original von der Kopie unterscheiden. Um auf die erwähnte Angst zurückzukommen, ist sie wirklich so groß wegen dem FN und Le Pen? Ich denke einmal nein, denn dann würde sie niemand wählen. Es ist eher so, dass rund 30% der Franzosen in den Rechten eine Chance sehen.

Warten wir ab, Extrapolationen sind immer problematisch und wie schon Mahatma Gandhi meinte: „Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt“

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Veröffentlicht von

Ostfrieslanduwe

Bevor man dann unter den Torf kommt, erlebt man einiges im Leben

4 Gedanken zu „Frankreich und Le Pen“

  1. Da hatte Mahatma recht. Das war ja nie anders. „Durch Lehren wird man klug!“ ist ein Witz. Denn wenn man eine kluge Lehre hört oder liest, wird der Konsument nicht eine Lehre daraus ziehen, sondern aufgrund seiner überragenden Intelligenz zunächst mal versuchen, die Lehre infrage zu stellen oder im Umkehrschluß einen besseren Weg und ein besseres Ergebnis s e l b s t zu finden. Der Weg von seinem Finden zu seinem Handeln ist nur kurz, und dann geht erst mal wieder alles kaputt, bis der nächste wieder seine lehren dartaus zieht. Ist doch ganz einfach, oder?

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