Front National

Vor kurzem noch Schmuddelpartei,  heute bedeutendste Landespartei, der rechtspopulistische Front National (FN) hat am Sonntag seinen Status als stimmenstärkste Politformation Frankreichs auf beeindruckende Weise bestätigt und ist nun stärkste Kraft bei Regionalwahlen in Frankreich geworden.

bebokku

Marine Le Pen zeigte sich am Wahlabend als einzige mit einem strahlenden Lächeln. Sie sprach von einem „herrlichen Sieg“, den sie aber mit „Bescheidenheit, Ernst und tiefem Verantwortungssinn“ aufnehme. Diese staatsmännischen Worten waren nicht nur auf die Terroranschläge von Paris gemünzt, sondern auf die nächsten Präsidentschaftswahlen von 2017, bei denen sie neben Sarkozy und Präsident François Hollande antreten dürfte.

lepenregional

Le Pen erzielte in Nordfrankreich, wo sie selber für den Vorsitz der Region Nord-Pas de Calais-Picardie kandidierte, ein Spitzenergebnis von  mehr als 40 Prozent. Ihr werden gute Chancen eingeräumt, im zweiten Wahlgang gegen den konservativen und den sozialistischen Kandidaten, die beiden kamen auf 25 und 18 Prozent der Stimmen, den Vorsitz zu erobern. Die regierenden Sozialisten von Präsident Francois Hollande machen in zwei Regionen den Weg frei für einen Kampf gegen die Front National. Parteichef Jean-Christophe Cambadelis will nach Niederlagen in Nord-Pas-de- Calais-Picardie sowie Provence-Alpes-Cote d’Azur im Südosten Listen seiner Partei für den zweiten Wahlgang zurückziehen. In diesen Regionen liegen FN-Chefin Marine Le Pen und ihre Nichte Marion Marechal-Le Pen nach dem ersten Wahlgang mit jeweils rund 41 Prozent deutlich voran.

Ein solches Abschneiden der Front National wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen. Bei den letzten Regionalwahlen waren die Frontisten 2010 nur auf 11,4 Prozent der Stimmen gekommen; die Sozialisten eroberten damals mit 29 Prozent sämtliche Regionen bis auf eine, das Elsass. Bei den letzten Kommunal-, Departements- und Europawahlen hatte der Front National allerdings bereits sehr starke Resultate hingelegt. Er profitiert von der Wirtschaftskrise mit einer rekordhohen Arbeitslosigkeit und seit den Terroranschlägen dieses Jahres auch von der großen Verunsicherung in Frankreich.

Die Veränderungen in den Strukturen gehen im 21. Jhdt. in einem derartigem Tempo und einer immensen Verflechtung von vielen weitreichenden (internationalen) Faktoren vor sich, dass alle Regierungen (Politiker) nur hilflos hinterherhampeln, und gerade einmal manche regionale Probleme handhaben können.
Auch die Bevölkerung (Wählerschaft) ist schlicht überfordert.
Die Wähler können halt mit dem Finger auf die Einen zeigen und sagen – Ihr Deppen könnt das nicht, das beweist ihr gerade und bei den Anderen hoffen – Ihr versprecht uns, ihr bringt uns das Heil. Ja bitte, wir wollen Heil. Rezepte dafür dass das Schiff wirklich nicht untergeht hat keiner.  Weil dafür bräuchte es Abkehr vom Egoismus / Kapitalismus hin zum Humanismus. Aus reiner Gewohnheit dreht sich die Welt weiter.

 

 

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Veröffentlicht von

Ostfrieslanduwe

Bevor man dann unter den Torf kommt, erlebt man einiges im Leben

3 Gedanken zu „Front National“

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