Islamexperte Khorchide: „Die muslimischen Vertreter vertuschen die Probleme“

Ein Fünftel der Muslime tendiert zur Abschottung, glaubt Islamwissenschafter Mouhanad Khorchide. Die islamische Gemeinde pflege ihre Opferrolle und Städte, Länder und Bundesländer schauen bei Kindergärten und Moscheen nicht genau hin. Khorchide will nicht pauschalieren, es sind nicht alle islamischen Kindergärten fundamentalistisch, die Betreiber haben unterschiedliche Motive. Manche wollen einfach gutes Geld verdienen, andere Raum für die eigene Religiosität schaffen, den es in anderen Kindergärten nicht gibt – damit Kinder nicht nur Weihnachten und Ostern, sondern etwa auch das Opferfest feiern können. Hinter einigen Kindergärten und Lerngruppen steckt aber die Motivation, muslimische Kinder vor der Gesellschaft abzuschotten. Und das ist gefährlich.

Khorchide

Die Muslime wollen ihre Kinder auch vor andersgläubigen Freunden aus der  nichtislamischen Gesellschaft schützen, die dem Vorurteil nach als moralisch verfallen gilt. Eltern sind mit der Vielfalt überfordert, haben Angst vor Pluralität und dem Fremden an sich. Die muslimischen Vertreter vertuschen die Probleme , weil sie Anspruch auf Exklusivität erheben: Gott gehört in ihren Augen nur dem Islam. Da werden Hierarchien im Namen Gottes hergestellt.

Khorchide hat keine empirische Studie, er Schätzt, dass etwa 20 Prozent der Muslime zur Abschottung tendieren. Auch geht er davon aus, dass in vielen Moscheen Problematisches gepredigt wird und das viele traditionelle Moscheen an Jugendliche gar nicht mehr herankommen. Der Imam ist oft schwer erreichbar, wenn er denn überhaupt Deutsch spricht. Das Angebot der Salafisten ist viel attraktiver: Ihre Missionare predigen nicht nur auf Deutsch, sondern beherrschen auch die kulturelle Jugendsprache, sind aktiv auf Youtube und Facebook. Viele muslimische Vertreter verfallen schnell in eine Opferrolle. Sie verlegen sich rasch auf Verteidigung um jeden Preis, reden alles weg und vertuschen damit die Probleme. Geht es um Terror und Salafismus, lautet die Reaktion oft: Dies habe ja nichts mit dem richtigen Islam zu tun. Genau dieses Argument macht den Menschen nur noch mehr Angst. Die Salafisten sind nun einmal Muslime, sie berufen sich auf den Koran und den Islam. Das kann man nicht einfach unter den Teppich kehren. Die Trennlinie läuft nicht zwischen Muslimen und Nichtmuslimen, sondern zwischen friedlichen und gewalttätigen Menschen.

muslime

Meninung von Mouhanad Khorchide (44), geboren in Beirut, ist Professor für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster. In seiner Doktorarbeit an der Uni Wien, wo er mit Ednan Aslan zusammenarbeitete, zeigte er fehlendes Demokratieverständnis islamischer Religionslehrer auf. Seine liberale Islamauslegung brachte ihn ins Visier von Salafisten, er steht unter Polizeischutz und diese beiden Sätze aus dem Beitrag regen zum nachfragen an, jedenfalls mich:

„Vor der nichtislamischen Gesellschaft, die dem Vorurteil nach als moralisch verfallen gilt. Eltern sind mit der Vielfalt überfordert, haben Angst vor Pluralität und dem Fremden an sich.“
1. Warum sind diese Menschen dann bei uns?
2. Muslime haben offenbar das Recht sich „von dem Fremden“ zu fürchten. Alle anderen werden bekanntlich ins rechte Eck geschoben

 

 

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Veröffentlicht von

Ostfrieslanduwe

Bevor man dann unter den Torf kommt, erlebt man einiges im Leben

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