Gestern im ZDF

Ich mag es eigentlich garnicht schreiben, aber……..egal was solls.

Gestern lief „Ein Herz für Kinder“ (Was ja eigentlich jeder hat, dass Herz für Kinder ist gemeint) im ZDF und ich wurde von meiner Frau genötigt so ab und an mal hinzusehen und zwei tolle Menschen sind mir positiv aufgefallen, einer, der Erzengel Siggi Pop Gabriel negativ.

Die erste war Sarah Connor, ihres Zeichens Sängerin, die eine syrische Mutter mit ihren fünf Kindern aufgenommen hat und eigentlich nicht wollte das es in den Medien publik wird, as ich ihr auch Glaube, aber wie es eben so ist, “ der Liebe Gott sieht alles, die Nachbarn sehen (und hören) noch mehr“. Helm ab und Danke an Sarah und Familie, da bist Du ein tolles Beispiel.

 

sarah-connor

 

Die beste aber war Karoline Mayer, Missionarin und Entwicklungshelferin aus Eichstätt, die nach ihrem Abitur den Steyler Missionsschwestern beitrat von wo aus sie  1968 in die chilenische Hauptstadt Santiago de Chile entsandt wurde. Sie begann im selben Jahr Medizin zu studieren und absolvierte von 1969 bis 1973 eine Ausbildung zur Krankenschwester an der Medizinischen Fakultät der Universidad de Chile. Der Orden untersagte ihr den Beruf der Ärztin, weshalb sie ihr Studium als Universitätskrankenschwester abschloss.

Katolin Meyer

Im Jahre 1972 wurde sie von einigen Kommilitonen auf die schlechten Lebensbedingungen der chilenischen Unterschicht aufmerksam gemacht. Dies nahm sie zum Anlass, ihr Leben den Armen zu widmen. Noch im selben Jahr zog sie in das Armenviertel Areas Verdes. Hier begann sie in einer staatlichen Krankenstation Patienten ohne Gegenleistung zu behandeln. In der Folgezeit gründete sie einen Kindergarten (Naciente) und eine Volksküche.

Ab 1974 baute Mayer das Armenviertel Angela Davis mit auf und übernahm im selben Jahr die Leitung der Gemeinde Jesus Sol Naciente, die sie zusammen mit einem französischen Missionar gegründet hatte. Keine vier Jahre später entstand die kirchliche Hilfsorganisation Fundación Missio, deren Präsident Jorge Hourton, der damalige Regionalbischof von Santiago Norte war. Karoline Mayer war bis 1988 Geschäftsführerin der Organisation. 1973 trat Karoline Mayer aus dem Steyler Orden aus und rief die Comunidad de Jesús ins Leben, eine geistliche Wohngemeinschaft. Sie zog mit Schwester Maruja Jofré in ein Haus in das Armenviertel Quinta Bella. 1999 gründete die Comunidad de Jesús, die Fundacion Cristo Vive Bolivia, eine Hilfsorganisation für Arme in Bolivien. Dort haben sich seither zwei Frauen der Gemeinschaft angeschlossen – vier weitere machen gerade ihr Noviziat. Karoline Mayer betätigte sich aktiv im Widerstand gegen die Militärdiktatur von General Augusto Pinochet. Sie versteckte viele Regimegegner oder verhalf ihnen zur Flucht ins Ausland. Sie erhielt dafür zahlreiche Morddrohungen und wurde einmal verhaftet, auf Intervention des Erzbischofs und aus diplomatischen Kreisen jedoch wieder freigelassen. Quelle: Wiki

Meine Hochachtung an diese Frau und ihre Aufopferung für ihren Dienst am Menschen in einem Land wo es nicht unbedingt ungefährlich ist bzw, war und da komm ich dann auch gleich zu unserem Siggi Pop Gabriel der die Laudatio für Karoline Mayer vortrug und dabei auch die Militärdiktatur von General Augusto Pinochet erwähnte und wie gefährlich es für Kaoline Mayer war.

SG

 

Schade das er nicht erwähnt hat, wer diesen Pinochet an die Macht geputscht hat, es war unsere demokratische USA, die am 11. September 1973 maßgeblich an dem Militärputsch beteiligt war, und so auch für den Tot von schätzungsweise mehr als schätzungsweise 5000–30.000  Menschen mitverantwortlich ist. Henry Kissinger, damals Nixons nationaler Sicherheitsberater, erklärte: “Ich sehe nicht ein, warum wir tatenlos zusehen müssen wie ein Land kommunistisch wird, nur weil seine Bevölkerung verantwortungslos ist.” Über die nächsten drei Jahre bombten und zerstörten von der CIA unterstützte Terroristen die staatliche Eisenbahn, Kraftwerke und die wichtigsten Verkehrsverbindungen, um Chaos zu verursachen und die Funktionsfähigkeit des Landes zu zerstören. Das Ziel war, wie Nixon es befahl, die “Wirtschaft zum Schreien zu bringen”. US-Konzerne wie IT&T nahmen auch an dem Versuch teil, das Land zu destabilisieren.

Wie man sieht, es sind immer massgeblich Regierungen  anderer Länder beteiligt gewesen wenn es um Tot, Elend und Verderben ging und darum habe ich auch eine Hohe Achtung vor Menschen wie eben in diesem Fall  Karoline Mayer die sich nichteinschüchtern lies und bis heute ihre sich selbt gestellte Lebensaufgabe fortsetzt.

Ein patriotischer Schub

Es dauerte zwölf Minuten lang, bis die Namen aller 130 Attentatsopfer des 13. November verlesen waren vom Attentat in Paris verlesen waren. Zwei Lautsprecherstimmen wechselten einander ab, Vornamen, Namen und Alter der Erschossenen zu nennen.

Trikolore Paris

Vor der Gedenkfeier hatte er seine Landsleute gebeten, Fenster und Balkone mit der rot-weiß-blauen Trikolore zu beflaggen. Vielleicht brauchten die Franzosen diesen „patriotischen Schub“, um den Schrecken zu überwinden.

Zugleich wählte der französische Präsident schon im ersten Satz deutliche Worte an die Adresse der „Horde von Mördern“, die einen „Akt des Krieges“ begangen habe: „Diese Bewährungsprobe hat uns schwer getroffen, aber sie wird uns stärker machen. Frankreich wird die fanatische Armee, die diese Verbrechen begangen hat, zerstören.“

Ob Trikolore, Marseillaise oder markige Worte des Staatschefs: Frankreich lebte schon immer mit – und zum Teil auch von – seinen nationalen Symbolen. Wegen der für die Republik so wichtigen Revolution des Jahres 1789 hat auch die Linke keine Berührungsängste damit.

Schaute man sich die Häuserfassaden an, drängte sich allerdings der gleiche, fast schon soziolo gische Befund wie bei den Charlie-Hebdo-Attentaten von letztem Januar auf: Ganze Banlieuezonen nahmen kaum an der Trikolore-Aktion teil. An den riesigen Wohnsilos der Immigrantenviertel prangte großenteils keine einzige Flagge. Doch auch andere Franzosen weigerten sich, Hollandes Appell zu folgen. Im Lokalblatt Le Parisien erklärte ein Beamter trotzig, er lasse sich von der Regierung nicht vorschreiben, was er zu tun habe. Eine 73-jährige Dame verwandte sich zudem gegen „den Eindruck einer politischen Vereinnahmung“.

In der Tat war die ganze Gedenkfeier im Hof des Invalidendoms ganz auf Hollandes Auftritt ausgerichtet. Der Sozialist erhielt, oder gab sich , als Einziger das Wort; alle anderen Politiker, Expräsidenten oder Parteichefs, darunter Nicolas Sarkozy und Marine Le Pen, hatten nur eine schweigende Statistenrolle. Der Präsident verbucht seit den Terroranschlägen ein Umfrageplus von sieben Prozent. An den beiden ersten Dezemberwochenenden finden in Frankreich Regionalwahlen statt, bei denen das Hollande-Lager dennoch mit einer Schlappe rechnen muss. In den Umfragen liegt der rechtsextreme Front National (FN) mit knapp 30 Prozent vor den konservativen „Republikanern“ mit rund 28 Prozent  und weit vor Hollandes Sozialisten mit 22 Prozent.

Wie immer das übliche Patriotismus-Gehabe in so einem Fall der natürlich politisch ausgeschlachtet wird. Wenn eine Nation scheinbar angegriffen wird, schart sie sich um ihre Führung.

Und schon steigen die Beliebtheitswerte des Präsidenten trotz massiven Versagen allerorts oder etwa der Rekordarbeitslosigkeit.

Bedenklich nur dass wir es zulassen dass unsere Trauer und wohl auch Wut politisch instrumentalisiert wird. Nicht nur um vom eigenen Versagen abzulenken, sondern auch um, sozusagen als angenehmer Nebeneffekt, Maßnahmen durchzusetzen die ansonsten undenkbar wären ( z.B. Einschränkung der Bürgerrechte).

Dienstagnachmittag in der Avenue Mohamed V in Tunis

Und wieder einmal Bilder des Schreckens, die am Dienstagnachmittag die Avenue Mohamed V in Tunis zu sehen waren. Ein Selbstmordattentäter war kurz nach 17 Uhr in einen Bus der Präsidentengarde gestiegen und hatte sich in die Luft gesprengt. Zwölf Soldaten kamen ums Leben, 20 Personen, unter ihnen vier Zivilisten, wurden zum Teil schwer verletzt. Am Mittwoch fand die Polizei in dem Wrack Reste einer weiteren Leiche.

Tunis Anschlag Bus

Staatspräsident Beji Caïd Essebsi verkündete den Ausnahmezustand für mindestens 30 Tage und verhängte über den Großraum Tunis eine Ausgangssperre von 21 Uhr bis fünf Uhr in der Früh. Der Staatschef, der seinen Schweiz-Besuch absagte, versuchte die Bevölkerung zu beruhigen: „Ich will dem tunesischen Volk versichern, dass wir den Terrorismus besiegen werden.“

Es war der erste schwere Anschlag in der tunesischen Hauptstadt, seit im März ein bewaffnetes Kommando das Bardo Museum überfiel. Dabei kamen 21 Touristen und ein Polizist ums Leben. Im Juni drangen Bewaffnete in ein Hotel im Badeort Sousse ein und erschossen 38 Touristen. Seither bleibt der Tourismus vielerorts aus, über 70 Hotels haben den Betrieb eingestellt. Zu beiden Anschlägen bekannten sich Gruppen des „Islamischen Staates“ (IS).

Tunesien ist mit rund 3000 meist jungen Rekrutierten das Land, das die meisten ausländischen Kämpfer in den Reihen des IS in Syrien, dem Irak und Libyen stellt. Rund 300 von ihnen sollen, so Schätzungen der Sicherheitsbehörden, zurückgekommen sein. In den letzten Monaten wurden die Grenzkontrollen verstärkt. Tunesiens Verteidigungsministerium lässt derzeit von einem US-amerikanischen Unternehmen für über 30 Millionen Euro Kampfflugzeuge und Hubschrauber modernisieren.

Wie beruhigend, modernisieren. Das macht es natürlich sicherer. Es benötigt dringendst eine internationale Allianz um diese Gestalten herauszufiltern, mit allen verfügbaren Mitteln. Es bringt doch so gut wie nichts, wenn z.B. wie zuletzt erst geschehen Rakka massiv bombardiert wird, die Terroristen dann aber einfach weiter in den Irak ziehen können oder von Mali in die Nachbarländer.
Auch kann es nicht sein dass immer nur die was tun die im Moment aktuell betroffen sind (z.B. aktuell Frankreich, Tunesien) und die andern stecken den Kopf in den Sand bis ihnen dann wieder selber was passiert. 

Und was wir vor allem auch brauchen, eine ehrliche und breite Debatte über den Islam in der westlichen Gesellschaft, die Sympathie für die Radikalen ist erschreckend hoch, Europa ist friedlich und soll so blieben, man soll zu unseren Werten und unserer Lebensweise stehen oder kehrt machen.

Frankreich setzt nach Anschlägen Menschenrechtskonvention teilweise aus

Nach den Pariser Anschlägen mit 130 Toten hat Frankreich die Europäische Menschenrechtskonvention teilweise ausgesetzt. Frankreich begründet die Maßnahme mit dem nach den Anschlägen vom 13. November ausgerufenen Ausnahmezustand, der mittlerweile auf drei Monate verlängert wurde. Dabei beruft sich die Regierung auf Artikel 15 der Konvention. Demnach können Unterzeichner von den Verpflichtungen „abweichen“, wenn „das Leben der Nation durch Krieg oder einen anderen öffentlichen Notstand bedroht“ wird und die Lage im Land das „unbedingt erfordert“. Ausgenommen ist davon allerdings das Folterverbot, das unter keinen Umständen ausgesetzt werden darf. Unter Berufung auf Artikel 15 könnte Frankreich beispielsweise die Inhaftierung eines Verdächtigen ohne richterlichen Beschluss rechtfertigen. Der Ausnahmezustand ermöglicht in Frankreich unter anderem Ausgangssperren, Wohnungsdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss auch in der Nacht und Hausarrest für Menschen, deren „Aktivität“ sich als „gefährlich für die Sicherheit und die öffentliche Ordnung erweist“. Außerdem können Versammlungsverbote verhängt und Konzertsäle und Kinos geschlossen werden.

Von Artikel 15 der Menschenrechtskonvention haben in der Vergangenheit bereits andere Mitgliedsstaaten des Europarats Gebrauch gemacht, die nach regionalen Unruhen und Konflikten vorübergehend einen Ausnahmezustand ausriefen – etwa die Türkei (1990), Georgien (2006) und Armenien (2008).

Ironie der Geschichte, man stelle sich Hollande noch vor wenigen Jahren vor, als er nachts mit seinen Motorroller durch Paris gefahren ist um seine Geliebte zu besuchen, le mouton enragé. Der etwas zahnlos, aber gutmütig, wirkende Politiker, dem immer ein wenig das Flair eines Kleinstadtbeamten anhängt.

Und dieses Schaf im Wolfspelz setzt jetzt jene Grundrechte ausser Kraft, die in den letzten Dekaden erst mühsam erkämpft wurden und mittels derer sich der Bürger zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte eine gewisse Sicherheit gegenüber der staatlichen Wilkür erhoffen konnte.

Das Erschreckende ist die Fragilität der Demokratie, alles was notwendig ist, war ein kleiner Stoß und schon bricht das Kartenhaus zusammen.

Und wieder Brüssel

In Brüssel hat die Polizei am Sonntagabend mehrere Anti-Terror-Einsätze durchgeführt. Wie der Staatsanwalt bei einer Pressekonfernz nach dem Ende der Aktion berichtete, wurden 19 Durchsuchungen durchgeführt, es gab 16 Festnahmen und ein Mann wurde bei einem Schusswechsel verletzt. Der im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris gesuchte S. Abdeslam ist nicht unter den Verhafteten.

Zwei Soldaten in Brüssel

Die höchste Terrorwarnstufe für Brüssel wird verlängert. Die belgische Hauptstadt bleibt weiter auf der höchsten Terrorwarnstufe 4, der Rest des Landes auf Stufe 3. Das teilte der belgische Premierminister Charles Michel nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates am Sonntag mit. Schulen und Universitäten bleiben heute, am Montag geschlossen. Auch die Metro wird am heute nicht fahren. Eine Neubewertung der Situation wird es auch erst heute geben.

Terroralarm ist für die Belgier, wo seit Jahren immer wieder islamistische Zellen ausgehoben werden, an sich nicht überraschend. Aber diesmal scheint alles anders zu sein, wie aus Erklärungen von Premierminister Charles Michel und seines Innenministers hervorging: Es gebe konkrete, präzise Hinweise, dass Anschläge wie in Paris bevorstünden, „an mehreren Stellen der Stadt gleichzeitig“.

Fast wirkt Brüssel wie die Kulisse eines Films. Keiner kann sich der Jagd nach den Terroristen entziehen. Es ist wie im berühmten Film von Fritz Lang, M – eine Stadt sucht einen Mörder. Es gibt tausende Hinweise an die Polizei, viele Fehlalarme.

Fazit: Die EU hat`s echt drauf. So wie es aussieht, entkam Abdeslam Salah der Polizei. Möglicherweise wurde der mutmaßliche Attentäter von Paris bei der Stadt Liège gesehen. Als Spezialkräfte der Polizei anrückten, flüchtete ein Mann in einem BMW vom Typ 3 oder 5, berichtet „La Libre“. Möglicherweise sei er auf die E40 gefahren – in Richtung Deutschland.

Da hilft es nur noch zynisch zu werden. Also, Britney Spears Modus on*

***NEWS*** Ausnahmezustand für Immer ! Großes Aufatmen der Europäer ob dieser Erleichterung! Endlich in Sicherheit …. noch dazu für Immer!

Britney Spears Modus off*

Anti-Terror Einsätze in Brüssel

Schulen und Universitäten geschlossen – Metro fährt weiter nicht – Brüssel gleicht einer Geisterstadt. Die Regierung hat den Ausnahmezustand verhängt, weil in der Gaststadt für EU und Nato Selbstmordanschläge der Attentäter von Paris drohen.

Im Zentrum von Brüssel hat die Polizei am Sonntagabend mehrere Anti-Terror-Einsätze gestartet. Einsatzkräfte hätten einen Sicherheitsring um die Rue du Midi in der Innenstadt errichtet, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Nach Angaben des belgischen Rundfunks RTBF waren Polizeieinheiten auch im Stadtteil Etterbeek aktiv.

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Ich lese nicht mehr weiter, ich nörgel lieber. Heute schränken wir die Bürgerrechte ein, morgen stellen wir Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Religion unter Generalverdacht und übermorgen foltern wir jeden Verdächtigen in geheimen Gefängnissen…..

Natürlich ist es Aufgabe des Staates seine Bürger zu schützen, aber um welchen Preis, wie weit darf der Staat dabei gehen?

So lange es der gesellschaftliche Konsens ist, dass wir eine freie, aufgeklärte und demokratische Staatsform wünschen, muss es auch klar sein, dass es in einer solchen keine absolute Sicherheit vor Anschlägen geben kann, besonders dann nicht wenn man sich im Krieg mit einer Armee von Extremisten befindet, aber das ist der Preis der Freiheit.

Genau das wollte der IS: mit wenig Aufwand ein Maximum an Effekt, die Hauptstadt der EU ist paralysiert, narkotisiert, tot.

Was soll ich mich noch großartig ärgern, dass Bild finde ich toll. Ich will das im Wohnzimmer an der Wand in dem Laden.  

 

 

Stadt und Land in Angst

Wenn die Pariser Bevölkerung nicht mehr rebelliert, nicht mehr mit gereckten Fäusten demonstriert, dann stimmt etwas nicht mehr. Im Januar waren nach den Charlie-Hebdo-Anschlägen (17 Tote) vier Tage später allein in Paris weit über eine Million Menschen auf die Straße gegangen. Jetzt sind 130 Opfer zu beklagen und die Hauptstädter ducken sich vor dem nächsten Schlag, hängen noch wie groggy in den Ringen, pausieren. Auch Hemingways Leitspruch, Paris sei ein Fest, bittet um Auszeit.

Zusammenhalt

Meine Ehefrau, mit der ich seit über 30 Jahren verheiratet bin, deren Eltern Franzosen sind, erkenne ich in manchen Augenblicken nicht wieder, so sehr ist sie mit ihren Gedanken bei ihren Eltern, unseren gemeinsamen Verwandten und Freunden und dem was dort passiert ist.

Ja, diesmal hat es das Pariser Volk wirklich getroffen. Denn jetzt sind nicht vorgewarnte Satiriker, Juden oder Polizisten getroffen worden, sondern unbeteiligte Normalbürger, junge Konzertbesucher und Bistrobesucher, die eiskalt und methodisch niedergeschossen wurden, im Bataclan wie in einer Massenhinrichtung. Am vergangenen Wochenende war die Spannung in der Stadt so groß, dass die Passanten im Marais-Viertel wegen einer zerplatzten Birne in einem Bistro in panischem Schrecken davonrannten. Seither geht es Schlag auf Schlag.

Am Mittwoch konnten die Franzosen live die Kriegsszenen des Sturmangriffs auf eine Terroristenbude in Saint-Denis mitverfolgen. Am Freitag wurde das von der Air-France-Besatzung benützte Luxushotel Radisson in der französischen Ex-Kolonie Mali angegriffen (mindestens 21 Tote). Am Samstag war das frankophone Brüssel, nicht einmal eineinhalb TGV-Stunden von Paris entfernt, in höchster Alarmbereitschaft.

Die Angst hält Paris in ihren Klauen. Der Selbstmordanschlag war für Frankreich ein Novum, wie schon im Juni die Enthauptung eines Unternehmers bei Grenoble. Das kannte man bisher nur aus dem Fernen Osten. Premierminister Manuel Valls fragt sich gar öffentlich, ob die Terroristen bald chemische oder biologische Waffen einsetzen könnten. Zur Sicherheit trinken viele Franzosen kein Leitungswasser mehr.

Wie selbstverständlich, und in seltener politischer Einmütigkeit, hat das Parlament diese Woche den nationalen Ausnahmezustand bis im Februar verlängert. Die Folgen sind einschneidend. Salafisten und andere Radikalislamisten können nun mit Hausarrest belegt, ihre Papiere beschlagnahmt und ihre Computerspeicher kopiert werden. In mehr als hundert Fällen geschah dies offenbar schon; Genaues erfährt die Öffentlichkeit nicht. Sie stellt nur fest, dass hier eine Moschee geschlossen wird, dort ein Gebetsraum versiegelt. Seit Januar ist der Antiterrorplan Vigipirate bereits auf der höchsten Stufe (alpha rouge). Trotzdem scheinen die Dreierpatrouillen von Soldaten in Tarnanzügen und mit geschultertem Sturmgewehr in den Pariser Bahnhöfen noch zahlreicher geworden zu sein.

Pariser Soldaten

Man muss es sich vergegenwärtigen: Im Herzen des demokratischen Europa herrscht Ausnahmezustand, mit Polizeivollmachten, die nicht einmal mehr von der Justiz kontrolliert werden. Präsident François Hollande spricht ohne Unterlass von „Krieg“. Der Sozialist ist zweifellos der militaristischste und Bush-ähnlichste Präsident, den Frankreich in den letzten zwanzig Jahren gekannt hat.

Die Franzosen sind nicht revanchelüstern wie die Amerikaner nach „Nine Eleven“. Ihnen steht der Sinn nicht nach einem „Patriot Act“ à l’américaine; sie wollen weder Guantanamo, Waterboarding noch eine neue Irakkriegslüge, die alles nur noch verheerender machen würde. Der Ausnahmezustand setzt die demokratischen Mechanismen Frankreichs nicht außer Kraft, er sucht sie im Gegenteil abzusichern und zu retten gegenüber den jihadistischen Chaos-Verbreitern.

Das Arge daran ist eher, dass sich diese Terrorbruderschaften der Merahs, Kouachis und Abdeslams nicht allein sind. „Es gibt Tausende, die Frankreich hassen“, meint der Islamkenner Gilles Kepel. In der so genannten S-Fiche des französischen Geheimdienstes, in der 11 500 gefährliche oder gewaltbereite Personen figurieren, sind 4000 Radikalislamisten.

Hasna Ait Boulahcen

In der Fiche war nicht einmal Hasna Ait Boulahcen (Siehe oben), die Cousine des Pariser Chef-Attentäters. Sie war ein Partygirl, trank Alkohol, trug Jeans und die Haare offen, galt als leicht labil – und mutierte binnen wenigen Monaten zur Terroristin. Ein Nachbar erklärte den Journalisten lachend, nein, Hasna habe nie nur auch einen Buchstaben des Koran gelesen.

Das macht es nur noch schlimmer. Denn es bestätigt, dass es ein riesiges Reservoir aus Banlieue-Jugendlichen gibt, die sich über Nacht in brandgefährliche Jihadisten verwandeln können. Die über Nacht zuschlagen können. Frankreich wird sich dessen erst gerade bewusst. Das ist wohl der Hauptgrund für den zunehmenden Absatz von Beruhigungsmitteln.

Dann denke ich an die gemeinsamen Urlaube die ich mit meiner Ehefrau und meinen Kindern in Frankreich verbracht habe, wie wir gemeinsam in Paris vormittags in die Boulangerie ginen, um frisches Baguette zu kaufen, frühstückten und anschließend durchs Quartier Latin schlenderten oder einfach nur die Seine entlang.

Da frage ich mich, kommt das noch schlimmer und das nicht nur in Frankreich sondern überall in Europa und sehe gleichzeitig auch nur eine Lösung. Kein Geld und keine Waffe kann groß genug sein, um diese feigen verblendeten Anstifter dieser Terrorgruppen sowie sie selbst auszuschalten auch wenn ich jetzt wie Hollande klinge.